Heilbadstatus - Chancen wagen: Jonas Rede zum Heilbadstatus
Unsere Stadt steht an einem Wendepunkt. Der Vorsitzende unserer Fraktion, Jonas Schnute, hat mit seiner Rede in der Ratssitzung am 11. September 2025 klar Position bezogen: "Der Wechsel vom Heilbad zum Luftkurort ist kein Verlust, sondern ein Gewinn und eine große Chance." Damit alle Interessierten diesen Standpunkt nachvollziehen können, stellen wir die Rede hier zum Nachlesen bereit. Es gilt das gesprochene Wort.
Sehr geehrter Herr Ratsvorsitzender, sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Damen und Herren,
wir stehen heute vor einer wichtigen Entscheidung für unsere Stadt: Sollen wir uns weiterhin am Status „Heilbad“ festklammern, oder ist es nicht sinnvoller, den Weg zu gehen und uns als „Luftkurort“ neu aufzustellen?
Wir haben in den letzten Wochen viel beraten, natürlich emotional aber ebenso sachlich sorgfältig abgewogen. Deshalb kann ich, und ich denke, da spreche ich für alle, darlegen, warum Letzteres der richtige Schritt ist. Vieles konnte am Montag in der Einwohnerversammlung transparent vermittelt werden. Dennoch möchte ich hier auch noch einmal auf die wichtigsten Punkte für unsere Entscheidung eingehen:
1. Das Gesundheitswesen hat sich verändert
Das klassische Heilbad hatte zwar über Jahrzehnte eine große Bedeutung in Bad Gandersheim. Doch die Rahmenbedingungen haben sich geändert: Krankenkassen und Rentenversicherungen finanzieren heute deutlich seltener längere Kuraufenthalte. Viele Gäste suchen keine medizinisch-therapeutische Behandlung mehr, sondern einen Ort, der Erholung, Natur und gesunde Luft bietet. Das ist ein Trend, den wir nicht ignorieren dürfen.
Der Statuswechsel ist kein Verlust, sondern eine Chance!
2. Erkennen wir unsere tatsächlichen Stärken
Unsere Stadt verfügt über eine gute Luftqualität, ein intaktes Landschaftsbild und eine naturnahe Umgebung, die sich bestens für Erholung, Wandern und Entspannung eignet. All das sind Kernvoraussetzungen für die Anerkennung als Luftkurort. Die Kriterien eines Heilbads – wie die Abgabe von Heilmitteln oder medizinische Einrichtungen – erfüllen wir hingegen immer weniger. Es ist also realistisch und ehrlich, die Ausrichtung klar zu benennen.
3. Sehen wir die wirtschaftlichen Perspektiven
Ein Luftkurort ist attraktiv für Tagesgäste und Urlauber, die Natur, Ruhe und Bewegung suchen. Das stärkt Gastronomie, Hotellerie und den Einzelhandel – und macht uns unabhängiger von einem Gesundheitssystem, das klassische Kuren kaum noch trägt. Durch ein modernes, touristisch ausgerichtetes Profil können wir neue Zielgruppen ansprechen: Familien, Wanderer, Radfahrer, und Aktivurlauber. Wohingegen der Heilbadstatus Kosten in Millionenhöhe verursachen würde, dem kein vertretbarer Nutzen gegenübersteht.
Unser Fazit also….
Der Statuswechsel ist kein Verlust, sondern eine Chance!
Ein Luftkurort ist nicht weniger wertvoll – er ist aber näher an dem, was wir tatsächlich sind, und er öffnet uns Türen zu einer nachhaltigen touristischen Entwicklung und damit verbundenen finanziellen Mitteln.
Darum werden wir, als SPD Fraktion, den Beschluss in vorliegender Form zustimmen.
Lassen Sie uns gemeinsam diesen Schritt gehen – zum Wohl unserer Stadt und ihrer Zukunft.
Vielen Dank