Konstituierende Ratssitzung der Stadt Bad Gandersheim – Wahlperiode 2026–2031

Sehr geehrter Herr Ratsvorsitzender,

sehr geehrter Herr Bürgermeister,

liebe Kolleginnen und Kollegen des Rates,

meine Damen und Herren,

mit der heutigen Sitzung beginnt eine neue Wahlperiode – fünf Jahre gemeinsamer Verantwortung für Bad Gandersheim und seine 15 Ortschaften.

Im Namen der neuen Ratsgruppe SPD/Grüne danke ich allen, die sich an der Kommunalwahl beteiligt haben, und besonders denen, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben. Allen gewählten Ratsmitgliedern gratulieren wir natürlich herzlich. Wir freuen uns auf eine faire und konstruktive Zusammenarbeit. Denn wir sind nicht gewählt worden, um gegeneinander Politik zu machen, sondern um gemeinsam etwas für unsere Stadt zu bewegen.

SPD und Bündnis 90/Die Grünen bündeln ihre Kräfte in einer gemeinsamen Ratsgruppe. Mit sieben Mandaten der SPD und zwei Mandaten der Grünen vertreten wir neun der 22 Ratsmitglieder. Beide Parteien behalten dabei ihre Eigenständigkeit und bringen ihre unterschiedlichen Erfahrungen und Schwerpunkte ein. Uns verbindet die Überzeugung, dass soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Vernunft, Klimaschutz und ökologische Verantwortung zusammengehören.

Unsere Gruppenbildung hat auch einen wichtigen demokratischen Grund: Die Grünen sind mit zwei Mandaten gewählt worden und sollen ihre Positionen nicht nur im Rat, sondern auch mit Sitz und Stimme in den Fachausschüssen einbringen können. Bei einer Ausschussgröße von sechs Mitgliedern wäre das für eine eigenständige grüne Fraktion nicht möglich. Gerade in den Ausschüssen wird aber ein wesentlicher Teil der politischen Arbeit vorbereitet. Deshalb halten wir es für richtig, demokratisch gewählten Stimmen dort eine angemessene Mitwirkung zu ermöglichen. Das ist keine Entscheidung gegen andere, sondern für eine breite Beteiligung.

Dabei ist uns bewusst: Unsere Gruppe hat keine eigene Mehrheit. Wir brauchen den sachlichen Austausch, tragfähige Kompromisse und die Zusammenarbeit mit anderen. Entscheidend ist für uns nicht, von welcher Partei ein Vorschlag kommt, sondern ob er Bad Gandersheim voranbringt.

In den vergangenen Jahren wurde viel erreicht: Die Landesgartenschau und die Entwicklung des Kurgebietes, der BürgerGesundheitsPark, Investitionen in Bildung, Sport, Feuerwehr und Infrastruktur sowie die Aufnahme aller 15 Ortschaften in das Dorfentwicklungsprogramm. Darauf wollen wir aufbauen.

Zugleich sind die Aufgaben groß und die finanziellen Spielräume begrenzt. Deshalb setzen wir klare Schwerpunkte:

Wir wollen eine lebendige Innenstadt und starke Dörfer – mit bezahlbarem Wohnraum, einer attraktiven Altstadt und nachvollziehbaren Prioritäten bei der Sanierung von Dorfgemeinschaftseinrichtungen.

Wir wollen gute Lebensbedingungen für alle Generationen: verlässliche Bildungs- und Betreuungsangebote, die Beteiligung junger Menschen, Barrierefreiheit und bessere Verbindungen zwischen Stadt und Dörfern.

Wir wollen den Gesundheitsstandort stärken, den BürgerGesundheitsPark weiterentwickeln und am Ziel eines neuen Hallenbades festhalten – aber mit tragfähigem Konzept und verantwortbarer Finanzierung.

Wir stehen für eine leistungsfähige Feuerwehr, sichere Trinkwasserversorgung und wirksamen Hochwasserschutz. Klimaschutz und erneuerbare Energien wollen wir verantwortungsvoll voranbringen: mit Rücksicht auf unsere Landschaft, frühzeitiger Beteiligung und fairer Teilhabe.

Und wir wollen Kultur, Vereine und Ehrenamt stärken. Denn das Engagement der Menschen macht unsere Stadt und ihre Dörfer lebendig.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nicht alles Wünschenswerte ist gleichzeitig finanzierbar. Wir müssen Prioritäten setzen, Entscheidungen erklären und dürfen nichts versprechen, was wir nicht halten können. Dabei wollen wir sachlich und respektvoll miteinander umgehen, eigene Positionen klar vertreten und gute Vorschläge anderer unterstützen.

Entscheidend darf nicht sein, wer die lauteste Forderung stellt, sondern welche Lösung für unsere Stadt sinnvoll, gerecht und finanzierbar ist.

Die Menschen erwarten zu Recht, dass wir zuhören, Probleme angehen und auch zwischen den Wahlen ansprechbar bleiben. Daran wollen wir uns messen lassen.

Wir wollen ein verlässlicher Partner sein – für die anderen demokratischen Kräfte im Rat, für den Bürgermeister und die Verwaltung und vor allem für die Menschen unserer Stadt.

Unsere neun Mandate verstehen wir als Auftrag, Verantwortung zu übernehmen und konstruktiv zusammenzuarbeiten. Am Ende dieser Wahlperiode wird nicht entscheidend sein, wer sich in welcher Debatte durchgesetzt hat. Entscheidend wird sein, was wir gemeinsam für Bad Gandersheim und seine 15 Ortschaften erreicht haben.

SPD und Bündnis 90/Die Grünen haben sich deshalb entschieden, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.

Nicht, weil wir in jeder Frage die gleiche Antwort haben, sondern weil wir überzeugt sind, dass wir gemeinsam mehr erreichen können.

In diesem Sinne freuen wir uns auf eine gute Zusammenarbeit mit allen demokratischen Kräften!

Vielen Dank.