Nach der Radtour durch die Harzbörde ging es am Sonntag zu Fuß weiter: Einige Kandidierende der SPD für Stadtrat und Kreistag machten sich auf den Weg, um zwei weitere Ortsteile von Bad Gandersheim zu besuchen und mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen.

 

Von Bad Gandersheim aus ging es zunächst vorbei am Flugplatz. Dort war noch die Bühne des neuen „Headbanger“-Musikfestivals zu sehen, das am Vortag stattgefunden hatte.

 

Bei bestem Wanderwetter führte die Strecke weiter nach Ellierode, wo die Gruppe von Ortsvorsteherin Linda Ernst und Dorfmoderatorin Alexandra Lukas – zugleich Kandidatin der Grünen für den Stadtrat – begrüßt wurde. „Ich kenne Alex aus unserer gemeinsamen Dorfmoderationsschulung und schätze sie sehr“, erklärte Milan Gribbe-Kreft. „Sie ist eine echte Expertin auf ihrem Gebiet und ein Gewinn für die Kommunalpolitik.“

 

Zentrales Thema in Ellierode waren die geplanten Sanierungsmaßnahmen am Dorfgemeinschaftshaus, zu denen auch ein barrierefreier Zugang zum Gebäude gehört. Wie wichtig dieser ist, zeigte sich beim Ortsbesuch besonders anschaulich: Statt einer Führung durch die Räumlichkeiten musste die Gruppe am Eingang bleiben, weil die inzwischen dazugestoßene Beauftragte für ein barrierefreies Bad Gandersheim, Hannelore Kükemück, das Gebäude über die Treppe nicht betreten konnte.

 

Ortsvorsteherin Linda Ernst gab den Kandidierenden zudem eine Bitte mit auf den Weg: Die Kommunikation zwischen Verwaltung und Ortsvorsteher*innen könnte künftig noch etwas verbessert werden. Grundsätzlich sei man mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden. Manchmal sei es aber gerade die kleine Rückmeldung zum Sachstand, die die ehrenamtliche Arbeit im Ort deutlich erleichtere.

 

Anschließend ging es über die landschaftlich reizvolle Strecke am Äbtissinenberg entlang weiter nach Wrescherode.

 

Am Spielplatz nutzte das Team die Gelegenheit, sich ein genaues Bild von den Gegebenheiten vor Ort zu machen und Anregungen der Bürger*innen direkt aufzunehmen. Ein Thema bewegte die Gemüter dabei besonders: die schwierige Verkehrssituation an der Landwehr. „Solch eine gefährliche Verkehrslage am Zugang zum Spielplatz ist extrem unglücklich. Die Sorge der Anwohnenden ist daher sehr verständlich“, fasste Kreistagskandidatin Andrea Ottmann, die selbst mit ihrer Familie im Ort wohnt, das Problem zusammen. In dem Zusammenhang wurde ebenfalls die Situation, vor allem für Schülerinnen und Schüler sowie Radfahrende beleuchtet.

 

Anschließend führte der frühere Ortsvorsteher und SPD-Urgestein Ulrich Schröter durch weitere Teile des zweitgrößten Gandersheimer Dorfes und berichtete von der bevorstehenden Neugestaltung des Dorfmittelpunktes als Startprojekt der Dorfentwicklung. Dabei hob er hervor, dass sich der neu gegründete Verein ZWAG („Zukunft Wrescherode Aktiv Gestalten“) mit Ideen und Impulsen in die Planung einbringt. Auch der Männerschuppen beteiligt sich mit praktischem Engagement etwa durch den Bau oder die Reparatur von Sitzgelegenheiten.

 

Zum Abschluss fand sich die Wandergruppe auf einer privaten Terrasse ein. Bei Kaffee und Bienenstich berichteten Burgel Johannes und Heike Weiberg von den jüngsten Initiativen zur Belebung des Dorflebens und zur Einbindung der zahlreichen Neubürger*innen.

 

„Mehr als 80 Kinder und Jugendliche gibt es mittlerweile bei uns im Ort, aber keinen Verein, der sie miteinander verbindet“, erzählten die beiden. Einige wichtige Projekte konzentrieren sich daher auf den Spielplatz des Dorfes, wo demnächst mit einem Hüpfkissen eine kleine Attraktion entstehen soll. Die Kinder und Jugendlichen sind an dem Projekt aktiv beteiligt und haben mit einem monatlichen Kuchenverkauf schon eine beachtliche Summe an Spenden gesammelt. Weiterhin gibt es Förderzusagen und Spenden mit denen das Projekt vom ZWAG  „Lasst Kinderherzen hüpfen“ kurz vor der Umsetzung steht.

 

Hannelore Kükemück zeigte sich von der Idee begeistert: „Ein wirklich inklusives Spielgerät. So etwas gibt es viel zu selten. Von Anfang an für alle zugänglich: Barrierefreiheit kann so einfach sein.“

 

Nach fast sechs Stunden und zehn Kilometern Wanderung zog Anja Görlach schließlich ein rundum positives Fazit: „Ob auf dem Rad oder auf Schusters Rappen: Der direkte Austausch in unseren Dörfern zeigt jedes Mal, wie viel Engagement und Potenzial in unseren Ortsteilen steckt.“

 

Die Besuche in den Gandersheimer Dörfern werden am kommenden Wochenende mit einer Radtour durch einen Teil der Dörfer in der Heberbörde fortgesetzt.