„Wir brauchen wieder ein Hallenbad, und zwar auf einer soliden Grundlage. Darin bestand bisher bei allen Fraktionen Einigkeit und daran wird schon längst fraktionsübergreifend gearbeitet“, so SPD-Fraktionsvorsitzender Jonas Schnute. „Umso überraschender ist, dass die ‚Unabhängigen‘ nun einen anderen Eindruck vermitteln, obwohl die Ratsherren Porde und Gipp die bisherigen Beratungen aus nächster Nähe begleitet haben.“

Ratsfrau Anja Görlach ergänzt: „Die Stadt ist viel weiter als die sogenannte Ideenstudie der ‚Unabhängigen‘. Bereits 2023 wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, mit der geprüft wurde, ob eine Sanierung oder ein Neubau des Hallenbades technisch machbar und wirtschaftlich sinnvoll wäre. Vertreter der Vereine und der Badgenossenschaft zusätzlich zu Ratsmitgliedern und der Verwaltung haben daran teilgenommen und im Rahmen von Workshops wichtige Punkte dazu eingebracht, die auch in der Machbarkeitsstudie berücksichtigt wurden. Dazu gehörte insbesondere die Anforderung der Barrierefreiheit für körper- und sinnesbehinderte Menschen.“  

Die Machbarkeitsstudie umfasst die Ergebnisse aller bisherigen baulichen Untersuchungen des alten Hallenbades. Dazu gehören die Bauwerksdiagnostik, die Baugrunduntersuchung, die Statik und die Brandverhütungsschau des Landkreises. Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie lautet, dass das alte Hallenbad aufgrund der erheblichen Schäden bis auf den Rohbau zurückgebaut werden muss und außerdem die Bodenplatte zu sanieren ist, bevor ein neuer Baukörper entstehen kann. Nur das Modell einer sogenannten Sanierung im Bestand ermöglicht die Beibehaltung eines Hallenbades am jetzigen Standort. Andere Varianten haben in dem bekannten Hochwasserschutzbereich keine Realisierungsmöglichkeit.

Als Lösungsvorschläge für den Stadtrat enthält die Machbarkeitsstudie daher mehrere Varianten für ein neues Bad, die alle – einschließlich der jeweiligen Kostenschätzungen - in einer öffentlichen Sitzung des Stadtentwicklungsausschuss am 13. Juni 2024 im Waldschlösschen vorgestellt wurden. Für die „Unabhängigen“ nahm daran ihr Ratsherr Gipp teil. 

Im Ergebnis der Beratungen wollten sich die Fraktionen im Anschluss über das weitere Vorgehen verständigen. Dazu fand am 19. Januar 2026 ein interfraktionelles Gespräch statt, an dem für die „Unabhängigen“ Herr Porde teilnahm. 

„Wir waren uns einig, alle Fraktionen wollen ein barrierefreies und hochwassergerechtes Hallenbad am aktuellen Standort“, so SPD-Ratsfrau Anja Görlach. „Es soll vier oder fünf 25-Meter-Bahnen und ein Kinderbecken haben und nach Möglichkeit für Sole geeignet sein. Ein Bistro und Erweiterungen sollen geplant, aber ggf. erst nach und nach umgesetzt werden. Duschen und Umkleideräume sollen sowohl für das Hallenbad als auch für das Freibad nutzbar sein.“ Ergänzend hierzu beantragte die SPD-Fraktion, Fördermöglichkeiten zu prüfen und dem Rat die Ergebnisse vorzulegen.  Hieran arbeitet die Verwaltung zurzeit und ist unter anderem in Kontakt mit einem Energieversorgungsunternehmen. 

„Die Stadt arbeitet also an der konkreten Umsetzung aus den Ergebnissen des interfraktionellen Gesprächs vom 19.01.2026“, so Anja Görlach. „Das wissen auch die Ratsmitglieder Porde und Gipp. Entweder tragen die ‚Unabhängigen‘ dies jetzt nicht mehr mit und verzögern damit die Umsetzung, oder sie inszenieren eine Wahlkampfshow mit fiktiven Bildern eines Luftschlosses, obwohl wir in Wirklichkeit schon viel weiter sind.“

Neu an dem Vorschlag der ‚Unabhängigen‘ ist, dass Gebäude und Grundstück des alten Hallenbades einem privaten Investor überführt werden sollen. Mit der Privatisierung öffentlicher Einrichtungen in der Zeit von Bürgermeister Ehmen hat die Stadt Bad Gandersheim bekanntlich sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Die heute in Privatbesitz befindlichen Schrottimmobilien des Kurhauses, städtischer Kurklinik, zuzüglich der Klinik am See und der Terrassenklinik verschandeln zu unser aller Ärgernis seit Jahren den ganzen Bereich und sollten mehr als ein warnendes Beispiel für eine weitere Privatisierung sein. 

Die Wählerinnen und Wähler sollten sich nicht blenden und täuschen lassen: Das, was die ‚Unabhängigen‘ mit viel künstlicher Intelligenz und Hochglanz präsentieren, kann allenfalls einem Privatinvestor als Geldanlage dienen, die von der Allgemeinheit letztendlich auch über Steuermittel finanziert werden soll, einschließlich eines nicht genannten jährlichen Betriebskostenzuschusses durch die Stadt. Eine Finanzierung haben die „Unabhängigen“ vermutlich aus gutem Grund nicht vorgelegt.

Die Machbarkeitsstudie geht in der günstigsten Variante übrigens von 20 bis 25 Millionen Euro Baukosten inklusive der eingerechneten Kostensteigerung und von einer fünfjährigen Bauzeit aus.  

Das, was die Bürgerinnen und Bürger anstelle von Luftschlössern brauchen, ist ein neues Hallenbad, das barrierefrei, funktional, energetisch nachhaltig und für alle Generationen geeignet ist. Ein Bad, das den Bürgerinnen und Bürgern als Bestandteil der Daseinsvorsorge gehört und das solide durchgerechnet wurde. Genau daran wird bereits intensiv gearbeitet.