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24. Mai 2013: Nachbarschaftshilfe wird groß geschrieben – weitere Lösungen gesucht

Lebhafte Beteiligung am Runden Tisch "Mobilität"

Wie sieht es aus mit der Mobilität in Stadt und Dörfern? Wo gibt es Handlungsbedarf? Was wird schon getan und wo gibt es weitere Lösungsmöglichkeiten? Um diese Fragen gemeinsam zu besprechen, hatte die SPD Bad Gandersheim am vergangenen Mittwoch zu einem Runden Tisch eingeladen. ...
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Gekommen waren u. a. Vertreter aus Stadtverwaltung und Landkreis, örtliche Transportunternehmen, Sozialverbände, Kirchen, zahlreiche Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher sowie weitere interessierte Bürgerinnen und Bürger. Die Resonanz auf dieses erste Treffen im Café Bastu im Vitalpark war ausgesprochen positiv.

Einen informativen Überblick über die Angebote des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Landkreis gab der Geschäftsführer der Ilmebahn GmbH, Herr Gabriel. Es stellte fest, dass das Land in den vergangenen Jahren die Förderung des ÖPNV zurückgefahren habe; der ÖPNV sei eindeutig unterfinanziert. Das Grundgerüst des Busverkehrs sei die Schülerbeförderung. Eine Auslastung der Busse sei aber nur morgens und mittags, zu den Spitzenzeiten der Schultage, möglich. An schulfreien Tagen werde von einigen privaten Busunternehmen deshalb nicht mehr gefahren, in den entsprechenden Gebieten komme mittlerweise „die Oma nicht mehr mit dem Bus zum Arzt“. Im Jahr 2016 werde das Beförderungsgebiet auch im Bereich Bad Gandersheim neu ausgeschrieben – hier ist zu klären, wie es weitergeht.

Kritik wurde am Zustand der von Schülern zeitweilig überfüllten Busse geäußert. Für Menschen mit Handicap müsse mehr auf Barrierefreiheit geachtet werden. Die als Busersatz für einzelne Schülertransporte eingesetzten PKW seien nicht ausreichend gekennzeichnet.

Eine Alternative zum Bustransport könnte das Anruf-Linien-Taxi sein, das im Bereich Kalefeld/ Altes Amt angeboten wird. Ralf Schulze vom Taxi-Unternehmen City Car berichtete, dass diese Taxen preisgünstig telefonisch beim RBB den ganzen Tag über gebucht werden können. Allerdings sei von diesem Angebot kaum Gebrauch gemacht worden. Gefragt wurde, ob dies an mangelnder Information oder an anderen Hemmnissen liege.

Viele Beteiligten vor allem aus den Dörfern Bad Gandersheims stellten fest, dass die Mobilitätsdefizite gar nicht so hoch seien wie vielfach angenommen. Dies liege vor allem an der gut funktionierenden Nachbarschaftshilfe: Wer nicht mit dem eigenen Auto fahren kann, wird von anderen mitgenommen. Berichtet wurde aber auch, dass Modelle wie Car Sharing oder gemeinsam organisierte Taxifahrten zwar häufig vorgeschlagen werden, sich an der Umsetzung jedoch kaum jemand aktiv beteilige. Offenbar besteht bei den meisten Menschen der Wunsch, ganz individuell zu entscheiden, wann man fahren möchte – ohne Abstimmung mit anderen.

Mobilität im ländlichen Bereich wird dennoch ein wachsendes Problem sein – als langfristige Folge der demografischen Entwicklung. Darauf wies Uwe Schwarz als Landtags- und Kreistagsabgeordneter hin. Angesichts drastisch sinkender Einwohnerzahlen ist ein regelmäßiger Busverkehr wie früher nicht mehr finanzierbar. Die Lage werde sich eher noch verschärfen. Immer mehr Menschen werden au fdie Hilfe anderer angewiesen sein. Daher muss über die Frage nachgedacht werden: „Wie können wir die notwendigen Strukturen in Stadt und Dörfern langfristig aufrecht erhalten?“

Um ein Konzept für die unterschiedlichen Zielgruppen beim Thema „Mobilität in Stadt und Dörfern“ zu erarbeiten, wird sich nun ein kleinerer Kreis von Experten und Betroffenen zusammensetzen. „Wir freuen uns, dass unsere Initiative auf ein so großes Interesse stößt und wir gemeinsam an Lösungen arbeiten können. Der Handlungsbedarf ist jetzt da und wird noch zunehmen. Wir wollen nicht warten, sondern handeln“, so SPD-Ortsvereinsvorsitzende Franziska Schwarz. „Wir setzen damit auch ein Vorhaben aus unserem Kommunalwahlprogramm um. Schließlich ist die Frage der Mobilität ein Standortfaktor für unsere Stadt. Es kommt darauf an, dass Menschen hier weiterhin wohnen wollen und möglichst auch neue Familien herziehen möchten. Da ist es auch entscheidend, dass sie eine gute Infrastruktur vorfinden.“

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