Landesgartenschau - Gewinn oder Verlust?

 
 

Ein Leserbrief von Ulli Schröter aus Wrescherode:
Als kooptiertes (also fachberatendes – nicht stimmberechtigtes) Mitglied der SPD-Fraktion im Stadtentwicklungsauschuss sehe ich mich verpflichtet, aus fachlicher Sicht, das Für und Wider einer LGS abzuwägen. Ich bin auch in meiner Partei (aber auch als Mitstreiter im AWO-Arbeitskreis „Barrierefrei“) eher einer, der oftmals sagen muss: „Vorsicht Stufe !“, und auch mir kommen hin und wieder Zweifel, ob wir als Stadt auf dem richtigen Weg sind.

 

Doch bei allen kritischen Stimmen, die eher von dem Wagnis abraten, frage ich mich, wie würde es ohne das Adrenalin, das im Vorfeld viele Initiativen zu größerer Motivation antreibt, in unserer Stadt weitergehen. Sicher könnte man dies und das nach und nach machen, um den weiteren Abstieg unseres Gesundheitsstandortes zu verlangsamen – nicht aber aufzuhalten. Es ist wie bei einem großen Garten. Lässt man der Natur zu lange freien Lauf – will sagen, tut man zu wenig, wächst sie einem über den Kopf. Dann ist es eine Frage der Zeit, wenn der Garten ohne fremde (und vielleicht teure Hilfe) im Wildwuchs untergeht.  All diejenigen, die nun befürchten, die Stadt könnte sich durch eine LGS erst richtig verschulden, vergessen aber anscheinend, dass es erst einmal vier Jahre bis zum Start des eigentlichen Ereignisses sind. In diesen vier Jahren werden im Vorfeld viele interessante Investitionen getätigt werden. Bad Gandersheim bekäme ein anderes Image und die getätigten und bezuschussten Investitionen sind dann gut angelegtes Kapital. Die Stadt würde saubererer und einladender werden. Ist es nicht so, dass wenn sich Besuch ankündigt, man sich Mühe gibt, dass alles in einem guten Licht erscheint ? Die Fachleute haben der Stadt im Rahmen der Machbarkeitstudie auch gesagt, dass wir zu viele zu pflegende Grünflächen haben. Da kann eine Umgestaltung in naturnahe Bereiche im Rahmen einer LGS ja auch ganz praktisch sein.

Die vielen kritischen Stimmen der letzten Zeit werte ich positiv, denn sie helfen, Schwachstellen aufzudecken und Lösungen vorzubereiten. Und als positives Zeichen werte ich auch die befürwortenden Stimmen aus der gewerblichen Wirtschaft und der Nachbarkommunen. Als Planer, der ich von Berufs wegen immer war, kann ich nur raten, den eingeschlagenen Weg, der zum Glück von der Mehrheit der hier im Rat vertretenen Parteien unterstützt wird, mit Augenmaß weiter zu verfolgen, damit unsere Stadt den Gewinn für die Zukunft nicht verschläft. Ich stimme am Sonntag mit „JA“.

 

Ulrich Schröter
vom Schlafanger in Wrescherode

 

 


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